Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)

Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)


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Beweidung verträgt sie schlecht

Die Acker-Witwenblume oder Wiesen-Knautie ist eine 30 bis 80 cm hohe, hell-lila bis rosa blühende Wiesenblume. Auf einem langen Stängel sitzt ein Blütenköpfchen mit bis zu 50 Einzelblüten. Die Staubblätter enthalten einen rötlichen Blütenstaub, dessen besondere Farbe auch gut an den "Bienenhöschen" beobachtet werden kann. Am Boden findet sich eine Blattrosette mit fiederspaltigen, matt-graugrünen Blättern. Auch an der unteren Hälfte des behaarten Stängels stehen paarweise Blätter.

Die Acker-Witwenblume blüht von Juli bis August. Ihre angenehm duftenden Blüten werden von vielen Insekten angeflogen, auch kurzrüsselige können ihren Nektar erreichen. Es gibt sogar einige Falter, deren Raupen die Acker-Witwenblume bevorzugen, z.B. der Skabiosen-Scheckenfalter (Eurodryas aurinia).
Die Samen haben einen Ölkörper, der an Insekten haften bleibt und so den Verbreitungsradius der Samen vergrößert. Der gesamte Samenstand bildet ein steif behaartes Köpfchen, das von größeren Tieren und manchmal auch von Menschen verbreitet werden kann. Die Pflanze ist ausdauernd, ihre Rhizome überwintern im Boden.

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Die Acker-Witwenblume wächst auf Wiesen, Halbtrockenrasen und Wegrändern, kann aber auch extensive, schüttere Äcker besiedeln. Sie liebt lockere, nährstoffarme Lehmböden, die etwas basisch sind. Sie verträgt die seltene Mahd, ist aber sehr trittempfindlich und kommt mit Beweidung daher nicht zurecht. Sie ist eine wenig konkurrenzstarke Wiesenblume magerer Standorte und daher heute aus vielen zu wüchsigen Flächen verdrängt worden. In der Wiese ist die Acker-Witwenblume selten häufig oder gar dominant.

Mit der verwandten Tauben-Skabiose ist die Witwenblume leicht zu verwechseln. Die Einzelblüten der Skabiose weisen jedoch schwarze Kelchborsten auf. In früheren Zeiten hat man den Extrakt der Pflanze gegen Ekzeme eingesetzt. Da eine Wirkung aber nicht nachgewiesen werden konnte, spielt sie in der Medizin heute keine Rolle mehr.

Die BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg stellt in dieser Serie typische Wiesenblumen aus der Region vor. Mit ihrem Regionalen Wiesen- und Weidenzentrum will die Kreisgruppe den Blick für die allgegenwärtige Verarmung der heimischen Landschaft schärfen und im Gegenzug artenreiche Wiesen und Weiden wieder erlebbar machen. Das Wiesen- und Weidenzentrum wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) gefördert.