Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)

Färber-Scharte (Serratula tinctoria)


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Relikt der Streuwiese

Die Färber-Scharte gehört zu den Korbblütlern. Ihre Blüten sind kräftig purpur-violett und ähneln entfernt der Blüte einer zu kleinblütigen Distel oder Flockenblume. Die Blütenköpfchen bilden eine lockere Rispe, die Blätter und Stängel sind glatt. Der 30 bis 100 cm hohe Stängel verzweigt sich im oberen Bereich. Die Pflanze ist insgesamt krautig und ausdauernd. Sie gilt in ganz Deutschland als "gefährdet".

Erst im Spätsommer, wenn viele Pflanzen ihre Blüte bereits abgeschlossen haben, beginnt die Färber-Scharte zu blühen, also im August und September. Auch dadurch ist sie für Insekten sehr attraktiv, sie wird von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen intensiv angeflogen.

Die Färber-Scharte wächst auf feuchten oder wechselfeuchten Wiesen. Direkte Sonne mag sie nicht, vor allem nicht bei zu trockenem Stand. Daher steht sie gerne im Halbschatten von Waldrändern. Sie ist eine typische Art in Pfeifengraswiesen und liebt tonige, magere, basische Böden.

Die Art ist sehr empfindlich gegenüber zu früher oder zu häufiger Mahd. Auch Beweidung und Begehung der Wiesen verträgt sie nur schlecht. Die Färberscharte überlebt nur bei extensiver Nutzung, wobei die Mahd erst nach der späten Blüte erfolgen und gerne auch einmal für ein Jahr ganz ausfallen darf. Solche Pfeifengraswiesen wurden früher zur Gewinnung von Einstreu für den Stall genutzt. Die größte Gefährdung dieser Standorte geht von der Umwandlung in Futterwiesen durch Düngung und Entwässerung aus. Ebenso schädlich ist die vollständige Nutzungsaufgabe, die das Ende einer Pfeifengraswiese und mit ihr der Färber-Scharte als wichtiger Art bedeutet.

Wie der Name Färber-Scharte bereits verrät, wurde die Pflanze zum Färben von Stoffen verwendet. Sie liefert ein leicht grünliches Gelb, das Schüttgelb genannt wurde. Auch in der Heilkunst fand sie Verwendung gegen Brüche und Geschwüre, heute spielt sie dort keine Rolle mehr.

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Die BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg stellt in dieser Serie typische Wiesenblumen aus der Region vor. Mit ihrem Regionalen Wiesen- und Weidenzentrum will die Kreisgruppe den Blick für die allgegenwärtige Verarmung der heimischen Landschaft schärfen und im Gegenzug artenreiche Wiesen und Weiden wieder erlebbar machen. Das Wiesen- und Weidenzentrum wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) gefördert.