Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)

Heide-Nelke (Dianthus deltoides)


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Hungerkünstlerin auf Sand

Die Heide-Nelke blüht pinkrosa, hat oft einen dunkleren Ring in der Mitte und weiße Pünktchen auf den fünf am Rand ausgezackten Blütenblättern. Die Blütenkrone ist etwa 1 bis 1,5 cm breit. Die Blüten schließen sich nachts und öffnen sich morgens wieder. Unten ist die Blüte von einem ca. 1 cm langen Kelch umfasst, der seinerseits noch zwei kleine Tragblättchen hat. Die Blüten stehen einzeln an verzweigten, rispigen Stängeln, die behaart sind. Die Blätter sind schmal-lanzettlich und entspringen dem Stängel paarweise an den Knoten. Oft bildet die Pflanze runde Horste aus niederliegenden Stängeln. Sie wird 15 bis 30 cm hoch. Von Juni bis August blüht die Heide-Nelke auffällig in den Wiesen, danach bildet sie kelchförmige Samenkapseln. Sind diese reif, öffnet sich die Kapsel und die Samen fallen heraus. Die Samen benötigen die Kälte des Winters als Signal zum Keimen. Die Pflanze ist mehrjährig.

Auf sauren Sandtrockenrasen und Silikatmagerrasen fühlt sich die Heide-Nelke wohl, Kalk im Boden mag sie nicht, sie gilt als Säurezeiger. Auf entsprechenden Böden kommt sie bis in etwa 700 m Höhe in Deutschland vor. Sie benötigt viel Licht und Wärme. Dianthus deltoides ist eine empfindliche Pflanze sehr magerer, oft lückiger Rasengesellschaften. Sie verträgt nur maximal einen Schnitt im Herbst oder sehr extensive Beweidung, da sie trittempfindlich ist. Ihr Futterwert ist gering.

Viele Landschaften haben eigene Namen für diese Pflanze, z.B. Donnernäglein oder Marientropfen. In der Eifel wird sie Flättchen genannt.

Heide-Nelken werden gerne von Tag- und von Nachtfaltern aufgesucht, die mit ihren langen Rüsseln an den Nektar gelangen. Die Karthäusernelken-Kapseleule, ein Nachtfalter, legt ihre Eier auf der Heide-Nelke ab. Die Raupen fressen dann zuerst die Samenkapseln und später die Blätter.

Die Heide-Nelke hat viele Verwandte in der großen Gruppe der Nelken. Besonders erwähnt werden soll die Raue Nelke (Dianthus armeria), deren Blüten in Büscheln am Stängel stehen und die als einzige andere der in Deutschland vorkommenden Arten ebenfalls behaart ist. Die Raue Nelke verträgt aber mehr Kalk.

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Die BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg stellt in dieser Serie typische Wiesenblumen aus der Region vor. Mit ihrem Regionalen Wiesen- und Weidenzentrum will die Kreisgruppe den Blick für die allgegenwärtige Verarmung der heimischen Landschaft schärfen und im Gegenzug artenreiche Wiesen und Weiden wieder erlebbar machen. Das Wiesen- und Weidenzentrum wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) gefördert.