Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND)

Klappertopf (Rhinanthus minor)


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Der Wiesengestalter

In Deutschland kommen mehrere Arten des Klappertopfs vor. Sie alle parasitieren als Halbschmarotzer auf anderen Pflanzen, vornehmlich Gräsern. Dadurch gestaltet diese Wiesenblume Grünland mit: Sie nimmt dem Gras einiges an Wuchskraft (und Ertrag) und schafft dadurch Licht und Raum für weitere Arten – Pflanzen und Insekten. Eine Abdeckung mit Klappertopf von etwa 30 Prozent einer Fläche ist optimal. Solange steigt die Anzahl der Pflanzenarten um 12 Prozent an, wie eine Studie aus der Schweiz eindrucksvoll aufzeigt.

Eine englische Forschungsarbeit stellt heraus, dass sich durch den Kleinen Klappertopf im Grünland aufgrund der besseren Wärme und Lichtversorgung auch die Zahl der Tiere erhöht. Einzig die Heuschrecken, überwiegend Grasfresser, nehmen leicht ab.

Die Blüten ernähren Hummeln und andere Insekten, die großen Samenkapseln bieten Nahrung und Unterschlupf für Insekten. Die darin enthaltenen, reifen Samen rascheln bei Bewegungen, daher der Name der Pflanzengattung.

Der Klappertopf hat die seltene Gabe, als aktiver Mitspieler im Grünland die Artenvielfalt zu fördern. Auch den durch Düngung und Luftstickstoff übermäßigen Graswuchs, der oft seitens des Naturschutzes beklagt wird, kann er abfangen – vorausgesetzt, der Klappertopf darf überhaupt aufkommen. Als einjährige Pflanze ist er empfindlich gegen eine frühe Mahd vor der Samenreife im Juli.

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Die BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg stellt in dieser Serie typische Wiesenblumen aus der Region vor. Mit ihrem Regionalen Wiesen- und Weidenzentrum will die Kreisgruppe den Blick für die allgegenwärtige Verarmung der heimischen Landschaft schärfen und im Gegenzug artenreiche Wiesen und Weiden wieder erlebbar machen. Das Wiesen- und Weidenzentrum wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) gefördert.